INFORMATIK / INFORMATIQUE

Zeitschrift der schweizerischen Informatikorganisationen
Revue des organisation suisses d'informatique

Nr./No. 2 April/Avril 1995


In 5-6 Schritten zur elektronischen Gemeinschaft

Louis Perrochon

1. Hardware: Neben einem Rechner ist dazu ein Modem notwendig. Modems sind in jedem Computerladen erhältlich. Auf folgende Punkte ist zu achten:* Modems müssen von der PTT zugelassen sein* Kompatibilität mit dem eigenen Rechner* Übertragungsrate mindestens 14'400 bit/s (CCITT/ITU Standard V.32bis), je grösser, desto besser.

2. Software (Kommunikationssoftware, Terminalemulation) beschaffen: Bei den meisten Rechnern und Modem wird heute eine Terminalemulation mit mitgeliefert. Für höhere Ansprüche muss jedoch auf spezielle Produkte ausgewichen werden.

3. Installieren: Modems werden entweder eingebaut oder mittels einem Kabel mit der seriellen Schnittstelle des Rechners verbunden. Ein weiteres Kabel führt vom Modem zur Telefonsteckdose. Danach wird der Rechner eingeschaltet und allenfalls die Software installiert. Die Installation ist häufig problemlos. Falls Probleme auftreten, sind sie meistens sehr produktspezifisch. Als erstes kann hier das Handbuch oder der Verkäufer helfen.
Als ersten Versuch sollte man "at" und <return> eingeben. Das Modem antwortet darauf mit "OK".
Das grosse Erfolgserlebnis tritt ein, wenn man es erstmals schafft, die eigene Nummer anzuwählen. Das Kommando dazu ist normalerweise "atdt" (attention, dial tone), gefolgt von der Telefonnummer und <return>. Häufig gibt es einen Menübefehl für das Wählen. Bei Modems mit eingebautem Lautsprecher hört man erst den Summton ("Tuuh"), dann die Piepser des Wählens (pro Ziffer ein Piep, jede Zahl in einer anderen Tonhöhe) und danach das Ruf- oder Besetztzeichen ("Tuu, Tuu, Tuu"). Bei der eigenen Nummer ist natürlich besetzt.
Wenn nach den Wählpiepser immer noch der Summton ertönt, hat das Wählen nicht funktioniert. Also versucht man als Kommando "atdp", gefolgt von der Telefonnummer und <return>. Dadurch wählt das Modem die Telefonnummer nach dem alten Verfahren (Impulswahl). Dabei hört man eine Folge von Impulsen. Die Anzahl der Impulse entspricht der gewählten Zahl+1.

4. Als nächstes sind geeignete Kommunikationspartner zu finden. Wichtig ist die richtige Telefonnummer des anderen Modems (ETH Zürich: 01 251 2002). Die Abstimmung der beiden Modems geschieht automatisch. Falls der Lautsprecher eingeschaltet ist, hört man dabei ein Rauschen in verschiedene Tonhöhen.

5. Teilnehmen an der elektronischen Gemeinschaft: Als nächstes sollten irgendwelche Zeichen auf dem Bildschirm erscheinen (ETH Zürich: #). Diese stammen von anderen Rechner. Falls nach einige Sekunden nichts passiert, empfiehlt es sich, probehalber die Eingabe-Taste zu drücken. Ab hier hängt das weitere Vorgehen vom andern Rechner ab. Falls mit der ETH Zürich Verbindung aufgenommen wurde, ist man noch nicht am Ziel sondern erst beim "Empfang". Als nächstes muss der gewünschte Rechner angegeben werden (z.B. svifsi.inf.ethz.ch), die Verbindung wird hergestellt und der Rechner svifsi.inf.ethz.ch fragt nun nach einem Benutzernamen (user name). Hier kann man svifsi eingeben und erhält dann die Willkommensseite des SVI/FSI).

6. (fakultativ) Nachdem die Kommunikationsvariante mit der Terminalemulation funktioniert, kann auf die fortgeschrittene Stufe mit SLIP oder PPP gewechselt werden. Dazu muss mit einem Internet-Access-Provider ein Vertrag abgeschlossen werden. Die Software, die man vom Provider erhält, muss gemäss dessen Anweisungen installiert werden. Falls alles klappt, können danach alle Dienste des Internets bequem durch Anklicken der richtigen Icons auf dem eigenen Computer angewählt werden.

Viel Erfolg!


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