INFORMATIK / INFORMATIQUE

Zeitschrift der schweizerischen Informatikorganisationen
Revue des organisation suisses d'informatique

Nr./No. 2 April/Avril 1995


Wie komme ich ans Internet?

Louis Perrochon

Um "online" zu gehen, gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten (Abb. 1). Diese können nach der Art des Vermittlers und nach der Art der Telefonverbindung (digital/analog) gegliedert werden:

Übersicht

Abb. 1: Für die Verbindung zum Internet gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Bulletin Board-Systeme(BBS, Mailboxen)

Die Verbindung via Bulletin Board-Systeme (BBS) ist vor allem für Anwender interessant, die schon mit einem BBS in Verbindung sind. Ein BBS ist ein Rechner, der normalerweise von Privaten in ihrer Freizeit betreut wird. Einige dieser BBS erlauben heute beschränkten Zugriff auf das Internet (Tabelle 1).

Online-Dienste

Kommerzielle Online-Dienste wie CompuServe bieten dem Anwender einen Einstiegspunkt (point of presence) in ein proprietäres Informationssystem. Dazu wird auf der Anwenderseite ein spezielles Kommunikationsprogramm benötigt, das mit einem Rechner des Online-Dienst-Anbieters in Verbindung tritt. Normalerweise ist damit nur der Zugriff auf die Angebote von Firmen möglich, die mit demselben Online-Dienst einen speziellen Vertrag abschliessen. Einige Online-Dienste ermöglichen heute beschränkten Zugriff auf das Internet (Tabelle 1).

Internet Access Provider

Internet Access Provider offerieren direkten Zugang zum Internet. Die verschiedenen Zugangsvarianten lassen sich in drei Kategorien fassen. Je nach Anbieter werden nicht alle Möglichkeiten angeboten (Tabelle 2).

* Terminal

Beim Terminal-Zugang wird der Rechner des Benutzers zum Terminal degradiert und dient nur noch als Eingabegerät (zeichenbasiert, 24 Zeilen à 80 Zeichen). Das Terminal baut eine Verbindung mit einem Rechner des Anbieters auf und meldet sich dort an. Der Zugriff auf das Internet geschieht dann vom Rechner des Anbieters aus.

* SLIP/PPP

SLIP (Serial Line Internet Protocol) und PPP (Point-to-Point Protocol) sind zwei Standards für den Transport von Internet Datenpaketen über serielle Leitungen. Mit einem SLIP/PPP Zugang wird der eigene Rechner nur auf Verlangen des Benutzers kurzfristig Teil des Internet. Die SLIP/PPP FAQ befindet sich auf <ftp://ftp.digex.net/pub/access/hecker/internet/slip-ppp.txt>.

* Volle Einbindung

Dieser Art der Verbindung geschieht meistens über Mietleitungen der PTT. Im Gegensatz zu SLIP/PPP ist damit die Einbindung ins Internet dauernd und gewährt eine lückenlose Präsenz am Internet. So können Verbindungen auch von fremden Rechnern initialisiert werden. Das ist zum Beispiel notwendig, wenn auf dem Benutzerrechner ein allgemein zugänglicher W3-Server betrieben wird.

Analog oder Digital?

Unabhängig davon, über welchen Vermittler die Verbindung zum Internet aufgebaut wird, gibt es heute für die Datenübertragung zwei technische Möglichkeiten. Die konventionelle, analoge benötigt an beiden Enden der Leitung je ein Modem, das die digitalen Signale des Computers in analoge verwandelt, die dann über ein normales Telefonkabel verschickt werden. Übertragungsraten bis 28.8 kbit/s sind heute breit verfügbar.

ISDN (Swissnet-2) erlaubt hingegen 64 kbit/s. Die Datenübertragung ist dabei durchgehend digital.

Ein ISDN-Basis-Anschluss (8 Endgeräte anschliessbar, davon zwei gleichzeitig in Betrieb) verursacht heute monatliche Kosten in der Höhe von zwei analogen Telefonanschlüssen (50.-/Monat).


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