Dissertation Louis Perrochon
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2 Ausgangslage
Nur notfalls wird direkt auf die Datenschnittstelle zugegriffen. Diese Schnittstelle
hat den wichtigen Nachteil, dass die Funktionen des Datenverwaltungssystems
umgangen werden.
Bei der Einbindung von bestehenden Informationssystemen zeigt sich allerdings,
dass oft gar keine System- oder Datenschnittstellen verfügbar sind. Steht auf dem
Server lediglich eine Benutzerschnittstelle zur Verfügung, muss durch das IS-
Gateway gegenüber dem Server das Verhalten des Endbenutzers simuliert
werden. 
Praktisch alle bisherigen Arbeiten betrachten den Fall des Zugriffs auf eine
Systemschnittstelle. Der Zugriff auf die Benutzerschnittstelle kommt ebenfalls vor,
wurde bisher jedoch immer spezifisch für ein einziges Mono-IS realisiert.
Beispiele dafür geben [Papakonstantinou et al. 94] [Ronchetti et al. 95], [Barta,
Hauswirth 95] und [Balestra, Ferucci 94]. Ein generischer, für mehrere
Benutzerschnittstellen konfigurierbarer Ansatz konnte bisher in der
Forschungsliteratur nicht gefunden werden. Das Praxisbeispiel 1, TS/IDLE,
behandelt erstmals ein generisches IS-Gateway für den Zugriff auf verschiedene
Benutzerschnittstellen.
Heute sind bereits käufliche Produkte verfügbar, die auf Benutzerschnittstellen
aufsetzen. Diese beschränken sich jedoch auf das sogenannte „Face-Lifting“, die
formale Neugestaltung einer Benutzerschnittstelle. So werden etwa Funk-
tionstasten eines herkömmlichen Terminals neu grafisch dargestellt und können so
mit der Maus bedient werden. Diese Produkte stellen aber keine weitergehende
Funktionalität zur Verfügung und können daher für die globale Datennutzung nicht
eingesetzt werden.
2.5.2 Spezielle Datenbeschreibungssprachen
Einen weiteren Beitrag zur Realisierung von globalen Informationssystemen liefern
spezielle Datenbeschreibungssprachen. Höhere, deskriptive Datendefinitions-
sprachen wie SQL oder Entitätenmodelle sind hier zuwenig präzise. Dagegen
enthalten IM, ein Prototyp eines globalen IS [Levy et al. 95], und SIMS [Arens et al.
94] konkrete, durch Programme interpretierbare Serverbeschreibungssprachen,
worin die einzelnen Systeme samt ihren Datenbeständen formal beschrieben wer-
den können. In IM stehen sämtliche Beschreibungen in Relation zu einer globalen,
für alle Teilnehmer gemeinsamen Sicht.

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