Dissertation Louis Perrochon
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2.5 Andere Ansätze mit Bedeutung für globale Informationssysteme
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Müssen Datenbeschreibungen nachträglich entwickelt werden, helfen allenfalls
Reverse-Engineering Methoden [Aebi 96]. Auf diese Problematik wird hier aber
nicht weiter eingegangen.
2.5.3 Referenzarchitekturen
In beschränktem Rahmen bieten sogenannte Unternehmensarchitekturen gute
Voraussetzungen für den Aufbau globaler IS [Tibbetts 95]. Diese sind vor allem für
Softwarehersteller ein Untersuchungsthema. Beispiele wäre etwa Open Blueprint
von IBM [IBM 95] oder Open Enterprise Computing von Hewlett-Packard [HP 95].
Diese Unternehmensarchitekturen reichen von den Anwendungsprogrammen bis
zur Hardware und empfehlen auf allen Stufen konkrete Produkte. Typischerweise
orientieren sich Unternehmensarchitekturen an den vom Hersteller angebotenen
Produkten. Lücken im Angebot (z.B. Inkompatibilitäten mit Normen) werden häufig
diskret umgangen.
Die akademische Forschung geht hier neue Wege: Anstelle einer Unternehmens-
architektur definiert sie eine Referenzarchitektur für globale IS. Referenzarchi-
tekturen basieren losgelöst von existierenden Produkten primär auf Funktionen.
Wo in Open Blueprint „Data Access Services“ mit relationalen, hierarchischen und
objektorientierten (IBM-)Datenverwaltungssystemen auftreten, nennt I³ (Intelligent
Integration of Information) [I3 95] diese verallgemeinernd Informationsquellen, dafür
mit durch ihre Funktionalität beschriebenen Verpackungsdiensten. Um welche Art
von Informationsquelle es sich dabei handelt, interessiert in I³
nicht. Verpackungs-
dienste passen die Informationsserver an interne oder externe Normen an. Diese
Normen können die Schnittstellen oder auch das Verhalten der Teilsysteme
betreffen. Die wichtigsten Verpackungsdienste umfassen die Kommunikations-
protokolle und die Datenstruktur. Daneben definiert I³ weitere Funktionsgruppen für
die Einbindung von Teilsystemen wie die Funktionserweiterungsdienste. Durch die
Funktionserweiterungsdienste werden die zur Verfügung stehenden
Informationsserver funktional erweitert. Beispiele dafür sind aktive Dienste,
Versionenverwaltung, Objektorientiertheit und Persistenz. Ein aktiver Dienst kann
automatisch das Eintreten von gewissen Bedingungen (wie Änderungen eines
Datenwerts) melden, auch wenn der Informationsserver dies selber nicht tun kann.
Damit kann die Konsistenz von Daten über verschiedene Informationsserver
hinweg gesichert werden.
Ein Mittelding zwischen akademischer Referenzarchitektur und konkreter in-
dustrieller Unternehmensarchitektur sind die von einem Konsortium entwickelten

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