70
3 Theoretische Grundlagen von IS-Gateways
an den Server die zwischengespeicherte Antwort verwendet. Ein solches IS-
Gateway kann sowohl die Belastung des Servers als auch des Netzes zwischen
IS-Gateway und Server senken. Andererseits entstehen bei dieser
Zwischenspeicherung völlig neue Probleme (Redundanz, Mutationsanomalien).
Dieses Anwendungsgebiet wird hier nicht mehr weiter behandelt.
3.4 Klassifikation nach Entwurfsvarianten
Die folgenden Klassifikationskriterien hängen weniger mit der Flexibilität oder
Funktionalität des IS-Gateways zusammen als mit Alternativen in der technischen
Realisierung. Dabei geht es nicht um Details wie die verwendete
Programmiersprache, sondern beispielsweise darum, ob ein Gateway
zustandsorientiert arbeitet.
3.4.1 Zustandsorientierung im IS-Gateway
Wie ein Server oder ein Client kann auch ein IS-Gateway zustandsorientiert oder
zustandslos arbeiten. Da ein IS-Gateway sich in einem globalen IS an die
existierenden Clienten und Server anpassen muss, ist die Ausprägung dieses
Kriteriums abhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen. So erzwingt ein
zustandsorientiertes Kommunikationsprotokoll auf der Clientseite ein
zustandsorientiertes IS-Gateway, weil das IS-Gateway auch die notwendigen
Zustandsinformationen speichern muss. Umgekehrt verlangt ein
zustandsorientiertes Protokoll auf der Serverseite nicht unbedingt ein
zustandsorientiertes IS-Gateway. Dies liegt daran, dass das IS-Gateway die
gesamte Zustandsinformation aus der Kommunikation mit dem Server zum
Clienten schicken kann, der sie speichert und im Bedarfsfall mit seiner nächsten
Meldung wieder zurückschickt. Der tiefere Grund für diese Asymmetrie liegt
wiederum darin, dass die Kommunikation durch den Client initiiert und kontrolliert
wird.
3.4.2 Beständigkeit von IS-Gateways
Ein wichtiges Klassifikationsmerkmal von IS-Gateways ist die Beständigkeit des
Programms. Beständige IS-Gateways laufen über längere Zeit, flüchtige IS-
Gateways werden nur zur Abarbeitung einer einzelnen Anfrage gestartet.